Bundestagswahl 2017 im Liveblog verfolgen

Rund 61,5 Millionen Wahlberechtigte in Deutschland sind heute dazu aufgerufen, den 19. Deutschen Bundestag zu wählen. Wir begleiten Sie am Wahltag mit unserem Liveblog.

    Thüringen holt auf: Wahlbeteiligung etwa auf Niveau von 2013 

    Bei trübem Wetter machten sich in Thüringen nicht so viele Menschen auf den Weg in die Wahllokale wie erwartet. Die Beteiligung an der Bundestagswahl lag in den ersten Stunden hinter dem Bundestrend. Dann begann die Aufholjagd. Am Nachmittag zeichnete sich eine Wahlbeteiligung etwa auf dem Niveau von 2013 ab. Bis 16.00 Uhr gingen 45,5 Prozent der 1,8 Millionen Wahlberechtigten in die Wahllokale, wie Landeswahlleiter Günter Krombholz in Erfurt mitteilte. Einschließlich Zehntausender Briefwähler, die schon in den vergangenen Tagen ihr Kreuz gemacht hatten, lag die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 60,6 Prozent und damit auf ähnlichem Niveau wie bei der Bundestagswahl 2013. Auch bundesweit waren die Werte etwa vergleichbar mit denen vor vier Jahren.

    Der Anteil der Briefwähler betrage etwa 15,1 Prozent, sagte Krombholz. Bei der Bundestagswahl 2013 erreichte ihr Anteil erst 11,1 Prozent. Die mehr als 3000 Wahllokale im Freistaat sind noch bis 18.00 Uhr geöffnet. Es stehen 15 Parteien und 172 Kandidaten zur Wahl. (dpa)

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    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 3:49:05 PM
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    Die Thüringer Landesvorsitzende der Linken klingt nicht gerade siegessicher...
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    Nur noch ein paar Minuten bis zu den ersten Zahlen. Die Prognosen von ARD und ZDF gibt es in wenigen Minuten. Nicht nur in den Parteizentralen steigt die Anspannung, auch in unserer Redaktion. 

    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 3:54:49 PM
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    Die ersten Prognosen sind da: AfD ist großer Sieger der Bundestagswahl 2017

    Die Wahllokale sind geschlossen, die Wahl ist entschieden. Die Union wird laut ersten Prognosen stärkste Kraft, gefolgt von der SPD. Die AfD zieht mit einem zweistelligen Stimmanteil in den Bundestag ein und wird drittstärkste Kraft. Die FDP ist im neuen Bundestag wieder dabei, ebenso Linke und die Grünen.

    Damit sind zwei Koalitionen möglich: Erneut eine große Koalition aus Union und SPD, oder ein „Jamaika“-Bündnis von Union, FDP und Grüne.
     
     
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:00:05 PM
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    Die SPD will nicht mitregieren

    Das kommt überraschend: Die SPD-Spitze hat sich nach dem historischen Absturz bei der Bundestagswahl einmütig dafür ausgesprochen, in die Opposition gehen. Das melden dpa und "Focus Online" und berufen sich auf eine Telefonschalte unter Leitung des SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz. SPD-Vize Manuela Schwesig und auch Thomas Oppermann bestätigten das am frühen Abend.
     
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:04:05 PM
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    Das sind die Zahlen der Hochrechnung um 18:13 Uhr:
     
    • die Union sackt laut ARD auf 32,7  Prozent (2013: 41,5) - es ist das schlechteste Ergebnis seit 1949
    • die einstige Volkspartei SPD sürzt auf ein Rekordtief von 20,2 (25,7).
    • die AfD, 2013 noch knapp gescheitert, legt mit 13,4 Prozent auf rund das Dreifache zu (4,7) - ein Resultat, das auch im Ausland mit Sorge beachtet wird. 
    • die Linken verbessern sich auf 8,9 Prozent (8,6).
    • die Grünen legen auf 9,4 Prozent zu (8,4).
    • die seit 2013 nicht mehr im Parlament vertretene FDP überspringt mit 10,5 Prozent locker die Fünf-Prozent-Hürde (4,8).
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:12:52 PM
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    Einer der beiden großen Wahlsieger ist die FDP. Von 4,8 auf 10,5 (laut der ersten Hochrechnung). Das freut den Parteichef Christian Lindner natürlich.
     
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:18:02 PM
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    Auch für die Grünen ist es ein gutes Ergebnis. Wer mitfeiern will, ist aber zu spät dran. 
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:19:44 PM
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    Martin Schulz soll SPD-Parteichef bleiben

    Nun ein bisschen konkreter: "Das ist ein ganz schlimmes Ergebnis für die SPD, eine schwere Niederlage", sagt die Vizechefin der SPD, Manuela Schwesig. Als Konsequenz daraus sagte sie: "Für uns endet heute die große Koalition". Darüber bestehe in der Parteiführung Einvernehmen. Es werde für die SPD damit kein Bündnis mit der Union mehr geben.
     
    Ähnlich hört sich das bei Thomas Oppermann an. Er kenne niemanden in der Partei, der nach dem Ergebnis die große Koalition fortsetzen wolle, sagte der Bundestagsfraktionschef am Abend in Berlin.

    Dennoch: Martin Schulz soll Parteichef bleiben „Er wird diesen Erneuerungsprozess jetzt fortsetzen“, sagte Oppermann. „Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam.“ Schwesig sagte, Schulz habe einen engagierten Wahlkampf gemacht. Es sei wichtig, „dass wir jetzt auch gemeinsam diese Niederlage tragen“. Schulz als Parteivorsitzender stehe nicht in Frage.

     
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:22:00 PM
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    Tottleben im Unstrut-Hainich-Kreis ist die erste Gemeinde im Wahlkreis 190 (Eisenach-Wartburgkreis-Unstrut-Hainich-Kreis), die ausgezählt hat. 93 von 117 Wahlberechtigten haben hier gewählt. Die AfD holt in der Zweitstimme mit 33,3 Prozent hier mehr als die CDU mit 32,3.
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    Die Thüringer Landesvorsitzende der Linken sieht das Ergebnis als Ansporn:
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    Martin Schulz tritt im Willy-Brandt-Haus ans Mikrofon.
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:31:12 PM
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    Die ersten Ergebnisse aus Eisenach sind da. Die Wahllokale in den Ortsteilen Berteroda und Wartha-Göringen  haben ausgezählt.
     

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    "Vielen Dank für den Mut und für die Kraft", sagt Martin Schulz unter tosendem Applaus. "Heute ist ein schwerer Tag für die deutsche Sozialdemokratie." Die SPD habe das Wahlziel verfehlt. Schulz sagte, er wolle trotzdem und gerade wegen dieses großartigen Wahlkampfs danke sagen. 
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:33:16 PM
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    "Besonders bedrückend ist für uns besonders die Stärke der AfD", sagte Martin Schulz. Das sei eine Zäsur.
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:35:41 PM
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    Die ersten vier Wahllokale in Eisenach sind ausgezählt -- Berteroda, Wartha, Göringen und Hörschel.  Bisher konnte der Direktkandidat der CDU, Christian Hirte, die meisten Stimmen auf sich vereinigen.
    Doch sind das bisher nur Einzel-Ergebnisse aus relativ kleinen Wahlbezirken.
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    Ramelow: Viele Ostdeutsche fühlen sich abgehängt 

    Nach Meinung von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat bei der Bundestags-Wahlentscheidung eine Rolle gespielt, dass sich viele Ostdeutsche abgehängt fühlen. Die Politik müsste darauf eine Antwort geben und deutlich machen, sie könne Lösungen bieten, sagte Ramelow am Sonntag im MDR. Der AfD, die nach den Prognosen mit hohen Ergebnissen in Ostdeutschland rechnen kann, bescheinigte er, eine Mischung aus ungutem Gefühl und Politik im konservativen bis reaktionären Spektrum zu sein.

    Nach Einschätzung des einzigen Ministerpräsidenten der Linken fehlte der bisher regierenden großen Koalition die Ausstrahlung. Den Sozialdemokraten bescheinigte er ein Problem im Wahlkampf: «Die SPD konnte sich nicht entscheiden, ob sie einen Politikwechsel will.» Ramelow steht in Thüringen an der Spitze einer rot-rot-grünen Koalition. (dpa)

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    Höcke: «Das ist ein überragendes Ergebnis» 

     Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke hat das Ergebnis seiner Partei bei der Bundestagswahl als historisch bezeichnet. «Das ist ein überragendes Ergebnis. Ich bin überglücklich», sagte Höcke am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Mit Blick auf den Einzug seiner Partei in den Bundestag sagte er: «Wir werden mehr Meinungspluralismus erleben im Bundestag, wir werden eine lebendige Demokratie erleben durch die AfD.»

    Höcke betonte, seine Partei werde sich bei Fragen der Einwanderungs- und der Euro-Rettungspolitik fundamental gegen die Haltung der anderen Parteien stellen. Höcke selbst hatte nicht für den Bundestag kandidiert. Die ersten Hochrechnungen sahen die AfD am Sonntagabend hinter der Union und der SPD als drittstärkste Kraft. (dpa)

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    Der Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht gibt der großen Koalition die Hauptschuld für den Wahlerfolg der rechtspopulistischen AfD. Mit dem Ergebnis für die Linken sei sie zufrieden, sagt sie dem ZDF. "Wir haben das zweitbeste Ergebnis unserer Parteiengeschichte."
    Sahra Wagenknecht, Spitzenkandidatin der Partei Die Linke und ihr Mann Oskar Lafontaine. Foto: dpa
     
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:42:42 PM
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    Die ersten Dörfer im Wartburgkreis haben gewählt. In Großensee im westlichen Werratal und Ettenhausen/Suhl  gewinnt die CDU bei Erst- und Zweitstimme. Im Wahlkreis 190 liegt Christian Hirte nach 17 ausgezählten Wahllokalen vorn. Doch der Abend ist noch lang, bisher ist nur ein Bruchteil der 361 Wahlbezirke ausgezählt.
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    Es dauert nicht lange, bevor die AfD völkische Töne anstimmt. Die Hochrechnungen sehen die Partei auf Platz drei. "Wir werden Frau Merkel jagen", sagte Spitzenkandidat Alexander Gauland am Abend in Berlin. Die Partei wolle sich "unser Land und unser Volk zurückholen". Es sei ein "großer Tag" in der Parteigeschichte, sagte Gauland. "Wir werden dieses Land verändern."Die ersten Hochrechnungen sehen die Rechtspopulisten bei 13,2 bis 13,4 Prozent.
     
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:46:03 PM
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    Martin Schulz bei seinem ersten Statement nach der Wahl.          Foto: dpa
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:47:59 PM
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    Nun spricht auch die alte und wohl auch neue Kanzlerin. "Wir haben uns ein besseres Ergebnis erhofft", sagte Angela Merkel in Berlin. Immerhin: Man habe das strategische Ziel erreicht, eine Regierung zu bilden. "Gegen uns kann keine Regierung gebildet werden." Sie dankte den Wählern und den Helfern in der Partei. "Es hat Freude gemacht."
     
    Angela Merkel spricht nach der Wahl in Berlin.              Foto: rtr
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:51:59 PM
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    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:55:02 PM
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    Die AfD ist in den ostdeutschen Bundesländern hinter der CDU zweitstärkste Kraft. Auf Grundlage der jüngsten Hochrechnung kommt die AfD dort auf 22,8 Prozent, die CDU auf 28,6, die Linke auf 17,1 und die SPD auf 13,8 Prozent.
    von Leon Scherfig via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion bearbeitet von Steffi Dobmeier 9/24/2017 4:55:16 PM
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    Auch CSU-Chef Horst Seehofer hat sich inzwischen geäußert. Er will als Konsequenz aus dem Ergebnis die "offene rechte Flanke" schließen, und zwar "mit klarer Kante und klaren politischen Positionen". Das Ergebnis für die Union insgesamt wie auch speziell auch das für die CSU sei eine herbe Enttäuschung.
     
    Die CSU werde bei Verhandlungen in Berlin "keine falschen Kompromisse eingehen". Grundlage sei der "Bayernplan", in dem die Partei ihre abweichenden Positionen zur CDU formuliert hatte - darunter eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. "Mit etwas anderem kann kein Parteivorsitzender aus Berlin zurückkommen", sagte Seehofer. Der 68-Jährige versuchte, eine Personaldebatte in der Partei angesichts des schlechten Ergebnisses zu ersticken. Es gehe jetzt um die Sache. (dpa/rtr)
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:57:08 PM
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    von Leon Scherfig via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 4:58:41 PM
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    Wie konnte die AfD so groß werden?

    Der Aufstieg der Alternative für Deutschland war rasant. Nun ist ihr auch der Einzug in den Bundestag gelungen. Schon bei der Europawahl 2014 und 13 nachfolgenden Landtagswahlen erreichte sie Parlamentsmandate. Eine Partei zwischen Wahlerfolgen und Richtungsstreit:
    2013
    • 6. Februar: Die AfD wird in Berlin gegründet.
    • 14. April: Auf ihrem Berliner Parteitag verabschiedet die AfD ein Wahlprogramm und fordert die „Auflösung des Euro-Währungsgebietes“. Das Sprechertrio bilden Bernd Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam.
    • 22. September: Bei der Bundestagswahl scheitert sie mit 4,7 Prozent knapp an der Sperrklausel.
    2014
    • 25. Mai: Mit 7,0 Prozent und sieben Abgeordneten zieht sie ins Europaparlament ein.
    • 31. August: Nach 9,7 Prozent bei der Wahl in Sachsen ist die Partei erstmals in einem Landesparlament vertreten.
    • 14. September: Mit 10,6 Prozent in Thüringen und 12,2 Prozent in Brandenburg nimmt die AfD in zwei weiteren Landtagen problemlos die Fünf-Prozent-Hürde.
    2015
    • 4. Januar: In der AfD entbrennt ein offener Machtkampf. Petry und Adam begehren gegen Luckes Plan auf, sich den Posten des alleinigen Parteichefs zu sichern.
    • 7. Januar: Sachsens AfD-Landtagsfraktion mit der Vorsitzenden Petry lotet mit dem islamfeindlichen Pegida-Bündnis mögliche politische Gemeinsamkeiten aus.
    • 15. Februar: Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg holt sich die AfD mit 6,1 Prozent ihr erstes westdeutsches Landesparlament.
    • 10. Mai: Bei der Wahl in Bremen zieht die Partei knapp mit 5,5 Prozent ins Parlament ein.
    • 4. Juli: Auf dem AfD-Bundesparteitag in Essen setzt sich der rechte Flügel durch und wählt Petry zur neuen Vorsitzenden. Der unterlegene Ex-Chef Lucke gründet eine neue Partei.
    2016
    • 30. Januar: Angesichts des anhaltenden Flüchtlingszustroms sagt AfD-Chefin Petry in einem Interview, sie halte den Einsatz von Schusswaffen an der Grenze im Extremfall für gerechtfertigt.
    • 13. März: Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird die AfD hinter der CDU mit 24,3 Prozent zweitstärkste Partei. In Baden-Württemberg holt sie 15,1 Prozent. In Rheinland-Pfalz landet sie mit 12,6 Prozent auf dem dritten Platz.
    • 1. Mai: Auf einem Mitgliederparteitag in Stuttgart verabschiedet die AfD ein Grundsatzprogramm. Sie ist für die traditionelle Familie, gegen den Islam, „ungeregelte Asylzuwanderung“ und die geplanten Freihandelsabkommen Ceta und TTIP.
    • 4. September: Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wird die AfD aus dem Stand mit 20,8 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der SPD (30,6) und vor der CDU (19,0).
    • 18. September: Mit 14,2 Prozent zieht die AfD bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus in den zehnten Landtag ein.
    2017
    • 17. Januar: Der Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke nennt das Berliner Holocaust-Mahnmal ein „Denkmald der Schande“. Der Satz löst weithin Empörung aus.
    • 26. März: Bei der Landtagswahl im Saarland zieht die Partei mit 6,2 Prozent in ihren elten Landtag ein.
    • 23. April: Alexander Gauland und Alice Weidel sind das Spitzenduo der AfD im Bundestagswahlkampf. Die umstrittene Parteichefin Petry hatte zuvor auf eine Kandidatur verzichtet.
    • 07. Mai: Bei der Wahl in Schleswig-Holstein gewinnt die AfD mit 5,9 Prozent erstmals Mandate im Kieler Landtag. Eine Woche später kommt sie in Nordrhein-Westfalen mit 7,4 Prozent in ihr 13. Landesparlament.
    • 24. September: Mit einem zweistelligen Ergebnis zieht sie erstmals in den Bundestag ein und wird auf Anhieb drittstärkste Kraft.
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 5:01:43 PM
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    Im  kleinen Gerstengrund im südlichen Wartburgkreis hat kein Einziger die AfD gewählt.
    Der Ort Frankenroda wird wohl in dieser Wahlnacht von der SPD gefeiert. Hier holt die SPD bislang ihr stärkstes Zweitstimmenergebnis und liegt mit 27,9 Prozent sogar klar vor der AfD und der CDU.   
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    Stimmungebericht aus der Thüringer SPD-Wahlzentrale:

    Die Stimmung in der SPD-Landesgeschäftsstelle am Erfurter Juri-Gagarin-Ring könnte, vorsichtig formuliert, besser sein. Die Prognosen sehen die Sozialdemokraten bei um die 20 Prozent. Vor der Tür stehen die Jusos und versuchen, mit Radeberger und Vita-Cola gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Drinnen steht Innenminister Georg Maier trinkt alkoholfreies Bier, isst Würstchen, Käse, Laugenbrezel und dementiert, schon mit SPD-Chef Andreas Bausewein über einen Wechsel an der Thüringer Parteispitze gesprochen zu haben. Um 18 Uhr dann die Gewissheit. Die SPD landet der ersten Prognose zufolge bei knapp 21 Prozent, fährt ein historisch schlechtes Ergebnis ein. SPD-Vize Carsen Schneider schaut mit versteinertem Blick auf die Balkendiagramme auf dem Bildschirm. „Ich bin enttäuscht“, gesteht er. Das sei ein Auftrag für eine Jamaika-Koalition. „Wir werden in die Opposition gehen“, sagt der Mann, der bislang Vize der Bundestagsfraktion ist. Die Schuld am Erstarken der AfD sieht er bei der Kanzlerin und ihrem Flüchtlingskurs. „Das ist das Vermächtnis von Angela Merkel.“ „Es ist besser für die SPD, wenn wir in die Opposition gehen“, sagt auch Minister Maier. Die SPD habe ein Glaubwürdigkeitsproblem, so die ehemalige Juso-Vorsitzende Saskia Scheler. Mit dieser Einschätzung ist sie nicht allein.
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    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 5:04:42 PM
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    Grünen-Landeschef über AfD-Ergebnis: „Halte ich für eine Katastrophe“

    Der Thüringer Grünen-Chef Rainer Wernicke hat sich zugleich „erschrocken und erleichtert“ über das Ergebnis der Bundestagswahl gezeigt. Über den Einzug der AfD als drittstärkste Kraft in den Bundestag sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt: „Das halte ich für eine Katastrophe.“ Alle demokratischen Parteien müssten nun klare Kante gegen die AfD zeigen und für eine freiheitliche Grundordnung zusammenstehen.

    Mit dem Ergebnis der eigenen Partei war Wernicke zufrieden. Man habe den Wert der vergangenen Bundestagswahl mindestens bestätigt. „Heute hat man deutlich gesehen, wofür man die Grünen braucht.“ Leider habe man es jedoch nicht geschafft, drittstärkste Kraft zu werden. Die ersten Hochrechnungen sahen die Grünen am Sonntagabend bei rund neun Prozent. (dpa)

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    Tiefensee: SPD ist die große Koalition nicht bekommen

    Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich enttäuscht über das schlechte Ergebnis seiner Partei bei den Bundestagswahlen gezeigt. „Ich bin enttäuscht, dass wir noch unter das Ergebnis von 2009 fallen konnten“, sagte Tiefensee am Sonntag im MDR. Die SPD habe in der großen Koalition viel für die Menschen erreicht, für die Partei selbst sei diese nicht gut gewesen. Nun sei die bisherige Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gefordert, „Jamaika in Gang zu setzen“. An der SPD-Basis sehe er keine Stimmung für eine Neuauflage einer Koalition mit der Union. „Das Wahlergebnis zeigt, dass die Menschen etwas anderes wollen. Diese Lektion sollten wir lernen.“ (dpa)

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    Die ersten Ergebnisse aus den Thüringer Wahllokalen laufen ein. In der Gemeinde Tottleben im Unstrut-Hainich-Kreis beispielsweise ist die AfD stärkste Kraft geworden. Hier werden laufend die Ergebnisse der einzelnen Wahllokale aktualisiert: 
     
     
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    Live-Analyse zu den Hochrechnungen

    Analysen, Hochrechnungen, Reaktionen – wir sind live und besprechen mit unseren Experten die Hochrechnungen. 
     
    von Leon Scherfig via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 5:12:50 PM
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    Woher kommen die Stimmen für die AfD?

    Das Erstarken der AfD geht nach einer Wählerwanderungsanalyse der ARD vor allem zulasten der Union. Mehr als eine Million Wähler seien von CDU und CSU zur AfD gewandert, die SPD habe rund 470.000 Wähler an die Rechts-Partei verloren, die Linke 400.000. Die meisten Stimmen habe die AfD aber mit 1,2 Millionen von bisherigen Nichtwählern erhalten. (dpa)
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 5:14:07 PM
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    Schulz will nicht SPD-Fraktionschef werden

    SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will nach der Wahlniederlage Parteichef bleiben - aber nicht Fraktionsvorsitzender im Bundestag werden. „Ich werde den Fraktionsvorsitz selbst nicht anstreben, sondern mich voll auf die Erneuerung der Partei konzentrieren“, sagte er am Sonntag in einem ARD-Interview.
     
                                                                                                              Foto: dpa
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 5:15:59 PM
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    Linke legt zu - ist aber dennoch auf dem letzten Platz

    Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch haben als Spitzenduo mit dem Slogan „Sozial. Gerecht. Frieden. Für alle.“ gekämpft - und wollten wieder dritte Kraft werden. Das ist ihnen nicht gelungen. Trotz leichter Zugewinne landete die Partei auf dem letzten Rang.
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 5:18:50 PM
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    Front-National-Chef Le Pen gratuliert der AfD 

    Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat die AfD zu ihrem Wahlerfolg beglückwünscht. Foto: rtr
     
    Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen freut sich über den Wahlerfolg der AfD. "Herzlichen Glückwunsch an unsere Verbündeten für dieses historische Ergebnis", schreibt die Chefin des Front National bei Twitter. "Das ist ein neues Symbol für das Erwachen der europäischen Völker." (rtr)
    von Leon Scherfig via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 5:18:52 PM
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    Thüringer Linke: Stabilität ihrer Partei lässt Spitzenkandidatin aufatmen

    Die Freudenrufe sind eher gedämpft, als um 18 Uhr die Wahlprognose neun Prozent für die Linke ausweist. Der hohe Balken für die AfD wird mehrfach mit dem derben Sch-Wort kommentiert.
    Unter den vielleicht 50 Anwesenden, die ins Erfurter Innenstadt-Café Nerly zur Wahlparty der Linken gekommen sind, ist der Anteil sehr junger Leute hoch. Stadtverbands-Vorsitzender Steffen Kachel lobt noch schnell zwei von ihnen als besonders aktive Wahlhelfer, dann geht es nur noch um Zahlen und Prozentpunkte. Martina Renner, Direktkandidatin im Wahlkreis Erfurt/Weimar, stellt sich vor den übergroßen TV-Bildschirm und sagt: „Wir atmen auf.“ Die Linke habe sich als stabiler Faktor im linksgrünen Spektrum erwiesen. Es sei richtig gewesen, im Wahlkampf soziale Themen wie Rente, Kinder­armut und einen höheren Mindestlohn herauszustellen. Auch die konsequente Friedenspolitik der Linken werde von den Wählern honoriert. Dagegen sei das „verheerende Ergebnis der SPD“ sicher auch die Quittung dafür, dass die Sozialdemokraten sich nicht für einen deutlichen Politikwechsel entschieden hätten.
    Der Südthüringer Direktkandidat Steffen Harzer sagte dieser Zeitung, die AfD habe viele Protestwähler angezogen, die früher ihr Kreuz bei seiner Partei gemacht hätten. Er sei sehr gespannt, wie sich die Thüringer entschieden haben.
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    Kanzleramtschef Altmaier appelliert an die SPD

    Die SPD will in die Opposition, aber die Union will trotzdem mit den Sozialdemokraten reden. Neben FDP und Grünen habe man auch die SPD für eine mögliche Regierungsbildung im Blick, sagte Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU)  "Ich glaube, dass alle Parteien sich ihrer staatspolitischen Verantwortung bewusst sein sollten", sagt erim ZDF. „Wir reden und schreiben der SPD nicht vor, wie sie zu entscheiden hat. Wir werden aber auf alle Parteien zugehen und mit ihnen Gespräche führen.“ FDP-Chef Christian Lindner appellierte an die SPD, sich nicht schon einseitig festzulegen, das sei ein Gebot der staatspolitischen Verantwortung. (dpa)

    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 5:22:19 PM
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    Mehr als 50 Prozent der Wahllokale im Wartburgkreis sind ausgezählt. Es sieht so aus, dass die AfD zweitstärkste Kraft hinter der CDU wird
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    Das ist keine große Überraschung: Christian Lindner soll FDP-Fraktionschef im Bundestag werden. Das will FDP-Vize Wolfgang Kubicki bei der konstituierenden Sitzung der Fraktion an diesem Montag vorschlagen, heißt es in FDP-Kreisen.
    von Steffi Dobmeier via FUNKE DIGITAL: Zentralredaktion 9/24/2017 5:32:52 PM
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